Next - ich werde mehr als Banker - Ausbildungsstart der besonderen Art

12 junge Leute, 11 Auszubildende und ein Studierender, begannen vor kurzem die Ausbildung in den Volks- und Raiffeisenbanken unserer Region. Ausrichter der diesjährigen Eröffnungsveranstaltung war die Raiffeisenbank Ratzeburg.                                               

Der Ausbildungsauftakt fand am 4. August auf dem "Hof Alte Zeiten" in Schattin im benachbarten Mecklenburg statt. Warum gerade hier? Wir erfuhren, dass es zu zeigen galt, wo die  genossenschaftliche Idee ihre Wurzeln hat und wie diese in der Praxis mit Leben gefüllt wird. Eindrucksvoll wurden vor Ort Werte der genossenschaftlichen Bankengruppe wie Bodenständigkeit, Bewahrung von Altem und Bewährtem und die Schaffung von Neuem erlebbar.

Mit Unterstützung der Raiffeisenbank Ratzeburg haben die Hofinhaber Koop vor vielen Jahren das alte mecklenburgische Bauernhaus in Schlagsdorf abgetragen und in Schattin mit sehr viel Eigenarbeit komplett neu errichtet. Die Anwesenden erfuhren, das hierfür historische Bautechniken und Verfahren eingesetzt wurden. Das Fachwerk wurde mit alten Balken neu errichtet und die Wände mit Lehm, Stroh und Kuhmist gemauert, das Dach mit Reet gedeckt. "Dieses Haus lebt und atmet", berichtet Norbert Koop. Die Gebäude und die vielen Details machen Geschichte und Tradition sichtbar. Neben der Dampfmaschine, alten Traktoren und der Schmiede findet sich so manches Werkzeug aus Urgroßmutters Zeiten: Sensen, Dreschflegel, Mistgabeln, Tragjoch und Pferdehalfter, Waschbrett, Küchenutensilien aus Blech, altes Porzellan. Alles zum Anfassen wurde so zu einer umfangreichen Sammlung und zeigt das Leben zu Zeiten Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch, den Gründern des Genossenschaftswesens.

"Ich beglückwünsche Sie zu Ihren Ausbildungsverträgen. Damit haben Sie wirklich Glück gehabt. Glück kann passiv und aktiv sein. Den passiven Teil haben Sie hinter sich gelassen, nun geht es um den aktiven Teil, den Sie ganz individuell gestalten werden. Sie haben einen Ausbildungsplatz in einem Beruf gewählt, der höchste Ansprüche an Sie stellen wird und der Ihnen vielfältige Möglichkeiten zur Entfaltung Ihrer Persönlichkeit bietet. Sie werden eine umfangreiche Ausbildung in allen Bereichen des Bankgeschäftes erhalten und dabei die Werte und Vorzüge der genossenschaftlichen Bankengruppe kennenlernen. Wir brauchen Sie wirklich.", betonte Thomas Naß, Vorstand der Raiffeisenbank Ratzeburg, stellvertretend für alle Vorstandskollegen der benachbarten Banken, in seiner Begrüßung.

Laura Loß, Auszubildende im 2. Lehrjahr, berichtet über ihre Erlebnisse und Erfahrungen aus dem 1. Jahr ihrer Ausbildung. Voller Begeisterung schildert sie, wie sie in der Raiffeisenbank Ratzeburg aufgenommen und sofort ins "kalte Wasser" geworfen wurde und mit Hilfe der Kollegen und der "älteren" Auszubildenden schwimmen lernte. "Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass ich dazugehöre und alle mir vertrauen", so L. Loß. Und Ortwin Moll, Ausbildungsbeauftragter der Bank, ergänzt: "Von der Aufregung am Ausbildungsbeginn ist nichts übrig geblieben. Selbstbewusst, engagiert und freudig erledigt die junge Frau die unterschiedlichsten Aufgaben im Bankbetrieb. Der Umgang mit Kunden und Kollegen auf Augenhöhe ist ihr so geläufig, als hätte sie nie etwas anderes gemacht." Laura Loß schließt ihre Ausführungen mit der Aufforderung an die neuen Auszubildenden mit den Worten: "Lasst Euch auf alles, was Euch während der Ausbildung in der Bank, der Berufsschule und der Genossenschaftsakademie begegnet, ein. Lasst Euch auf die Kollegen und die Kunden ein."

Trainerin Jennifer Borchert, Genossenschaftsakademie, nimmt die jungen Nachwuchskräfte mit auf eine Reise in die Welt der Volks- und Raiffeisenbanken. Mit interessanten Übungen,
Gruppenaufgaben und Einzelaufgaben vermittelt sie einen umfassenden Eindruck über den genossenschaftlichen Bankensektor und deren Werte. Selbstverständlich kommen die Herren Raiffeisen und Schulze-Delitzsch auch "zu Wort" mit dem Zitat: "Was einer nicht schafft - das schaffen viele!"  Ein Motto, das damals wie heute an Aktualität nicht verloren hat. J. Borchert beendet ihre Ausführungen mit einem Lächeln und dem Wunsch, alle Auszubildenden und Studierenden auf ihren Weg zum erfolgreichen Abschluss begleiten zu wollen.

Voller freudiger Erwartung - diesen Tag werden die angehenden Bankerinnen und Banker nicht vergessen